Giesensdorf

Vorschaubild

Giesendorf

Einwohnerzahl: 236

Größe in Hektar: 897

Gemeindeteil: Wulfersdorf

 

Ortsvorsteher: Lutz Weber

Sprechzeiten: Nach Bedarf mit telefonischer Absprache

Kommunale Einrichtung und Leiter:
Freiwillige Feuerwehr Giesensdorf, Ortswehrführer: Lutz Weber

Zuständiger Versorger ist der Wasser- und Abwasserzweckverband Beeskow und Umland

 

 

Die erste bekannte urkundliche Bestäti­gung über „Gevseißdorff im Beßkowschen Lande" ist von 1476. Wieviel Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte zwischen der Dorfgründung und der ersten schriftlichen Erwähnung liegen, kann nicht nachgewie­sen werden. Das Gebiet um Giesensdorf war bereits lange vor unserer Zeitrechnung bewohnt. Das beweisen die zahlreichen und aus unterschiedlichen Kulturepochen gemachten Bodenfunde.

Fast 150 Jahre war Giesensdorf im Besitz der Familie von Maltitz (1556 - 1661 und 1696 - 1737). Entsprechend dem Kaufbrief von 1556 erwarb Nokol von Maltitz das Gut und Dorf mit allen Gnaden und Gerechtigkeiten erblich für 5480 Gülden und gleichzeitig das Patronat über die Kir­che. Mit dem Patronat waren nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden. Der Bau und die Instandhaltung von Kir­chen und Schulen gehörten dazu. Bei kirch­lichen Baumaßnahmen wurden die Unter­tanen nur zu Hand- und Spanndiensten herangezogen. Die Kirche von Giesensdorf wurde 1717 als rechteckiger, flachgedeck­ter Putzbau mit einem hölzernen Dachturm an der Westseite vom Rittergutsbesitzer Nikolaus von Maltitz erbaut.

An der Ostseite des Innenraumes hat der Erbauer zwei Gedenksteine für seine vor 100 Jahren (1615 und 1616) verstorbenen Vorfahren errichten lassen. Die Kanzel hatte auf ihren 5 Feldern die Bilder der 4 Evangelisten und in der Mitte das Maltitz Wappen, darüber ringsherum die Inschrift „Hier leuchtet Dein mildes Herz mein Maltitz jetzt herfür, weil Holz und Mauer allein herrührt von Dir". Bei der Renovierung 1855 wurde die Malerei mit Inschrift überstrichen. 1886/87 wurde der Westgiebel verändert, mit Errichtung einer Empore. Seit 1905 ist die Kirche mit einer Orgel ausgestattet. Keine Feststimmung herrschte bei den Gemein­demitgliedern am 28. Juni 1917, der „Glockenabschiedsfeier". Eine Glocke wurde für Kriegszwecke eingeschmolzen. Die Wiederbeschaffung erfolgte 1921. Viele kleine und größere Reparaturen wur­den noch in den Folgejahren durchgeführt, wie die Erneuerung der Fenster, Dachinstand­setzungen und Malerarbeiten. Unter der Westempore entstand sogar ein separater Gemeinderaum, doch die Grundmauern wurden seit der Erbauung nicht verändert.